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Kinderwunsch und Kinderlosigkeit

Jedes zehnte Paar bleibt ungewollt kinderlos. Gründe dafür gibt es viele. Im einzel- und paartherapeutischen Kontext begegnen uns ganz unterschiedliche Konstellationen: Von einseitig gewollter Kinderlosigkeit in einer Paarbeziehung über einen Kinderwunsch ohne Partnerschaft bis hin zu zahlreichen gemeinsamen Behandlungsversuchen in Kinderwunschkliniken im In- und Ausland.

Aufgrund von eingeschränkter Fruchtbarkeit oder Unfruchtbarkeit ungewollt kinderlos zu bleiben, kann extrem belastend sein – sowohl für die Betroffenen, als auch für die PartnerInnen. Während die gewollte Kinderlosigkeit selbstbestimmt ist, ist die ungewollte Kinderlosigkeit fremdbestimmt und kann von intensiven Gefühlen der Ohnmacht, Hilflosigkeit und Orientierungslosigkeit begleitet werden. Es ist nicht nur der Abschied von einem gesellschaftlich postulierten Lebenskonzept, es hat auch psychosoziale Auswirkungen im Alltag – mitunter über die gesamte Lebensspanne. Viele Betroffene vergleichen ihr Erleben mit dem Tod eines nahen Angehörigen, wenn das Lebenskonzept zerbricht oder wiederkehrende Fehlgeburten den Alltag prägen. Auch der geschlechtsspezifische Umgang in einer solchen oft emotional aufgeladenen Lebensphase kann unterschiedlich sein und zu einer Entfremdung auf Paarebene führen – was zu einer zusätzlichen Belastung führen kann. Was fehlt sind Vorbilder, eine gesellschaftliche Sensibilität und ein offener Diskurs.

Unser gesellschaftliches Leben ist darauf konzipiert, eine Familie zu gründen. Doch was, wenn das nicht möglich ist – obwohl man es sich wünscht? Wie kann eine psychologisch-therapeutische Begleitung der verschiedenen Phasen stattfinden – vom unerfüllten Kinderwunsch, über die Diagnose der Unfruchtbarkeit bis zur Akzeptanz der ungewollten Kinderlosigkeit oder der Entstehung eines individuellen Neuanfangs? Welche therapeutischen Konzepte und Methoden können zur Bewältigungsarbeit hilfreich sein? Wie kann emotionale Entlastung erfahren und Ressourcen aktiviert werden? Wie kann aus der Fremdbestimmung eine Selbstbestimmung wachsen? Welche alternativen Lebens- und Familienmodelle gibt es?


Angrenzende Themenbereiche

  • Umgang mit chronischen Erkrankungen
  • Ein- und Auswirkungen auf das Paarerleben und die Sexualität
  • Psychosoziale, belastungssensible Prozess- und Phasenbegleitung
  • Umgang mit Trauer & Verlust
  • Entwicklung alternativer Lebens- und Familienmodelle


Methodische Inhalte

Die Informationsvermittlung erfolgt über Präsentation und Flipchart, vertiefende Erfahrungen erfolgen über praxisnahe Fallbeispiele, Kleingruppenarbeit, Selbsterfahrung, Diskussion oder Rollenspiele.

Veranstaltungsort
Hamburg
Termine
Fr. 03.11.2023 10:00 - So. 05.11.2023 14:00  Buchen
Kosten

360,00 Euro